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1950-1975

Historie

Die Vereinsgeschichte 1950-1975 ist entnommen der Festchronik, die anlässlich der Festtage "25 Jahre Liederkranz Neuwiedermuß" herausgegeben und vom langjährigen Vorsitzenden Christian Ebert verfasst wurde.
1950Gründung des Gesangvereins "Liederkranz Neuwiedermuß"

Wenn der 'Liederkranz Neuwiedermuß' in diesem Jahr [1975] sein 25-jähriges Jubiläum feiert, dann wollen wir uns zurückerinnern und einer Vereinsgeschichte widmen, die Höhen und Tiefen aufzeichnet, die glänzende Erfolge aufzuweisen hat und aus der hervorgeht, daß sich immer wieder Männer und Frauen fanden, die dem Verein neue Impulse gaben.
Freude am Singen und musische Betätigung in der Gemeinschaft waren wohl die Beweggründe des damaligen Bürgermeisters [von Neuwiedermuß - Red.], Herrn Georg Ebert, und des Herrn Richard Frisch, einen Gesangverein ins Leben zu rufen.
Sie luden alle interessierten Männer zu einer Gründungsversammlung am 15.November 1950 in die Gaststätte "Zum Deutschen Hof" ein. Es waren nachfolgend aufgeführte Herren erschienen, die den 'Liederkranz Neuwiedermuß' gründeten:

Georg Ebert
Hans Ebert
Jakob Ebert
Otto Ertl
Richard Frisch
Werner Gleitsmann
Georg Helbig
Karl Hommel
Erwin Kratz
Georg Küntzel
Georg Matzanke
Karl Mohn
Willi Müller
Rudolf Petermann
Sepp Petermann
Jean Schäfer
Heinrich Schmidt III
Karlheinz Schmidt
Philipp Schmidt
Ernst Stroß
Hans Schüßler
Georg Völker
Heinz Völker
Otto Wacker
Friedrich Waitz
Richard Waitz

Ein früherer Gesangverein, der unter der Leitung von Herrn Jakob Fucker in Neuwiedermuß existierte und den Namen 'Liederkranz' trug, sollte durch die Namensgebung des neuen Vereins in Erinnerung bleiben. So bekam unser Verein den Namen 'Liederkranz Neuwiedermuß'.
Richard Frisch wurde mit der Anwerbung weiterer Mitglieder beauftragt. Er ging mit einem Werbeschreiben von Haus zu Haus und konnte schon bald die Mitgliederzahl auf 38 erhöhen. Als Chorleiter wurde Herr Karl Reichert aus Eckartshausen gewonnen, der mit einem Honorar von monatlich DM 20,-- den Chor übernahm.
Um für den Verein die notwendige finanzielle Grundlage zu schaffen, fand eine Gründungsfeier in der Gaststätte Ronneburg statt. Der Männergesangverein aus Eckartshausen, ebenfalls unter Leitung von Herrn Karl Reichert, übernahm in freundschaftlicher Weise die Gestaltung dieses erfolgreich verlaufenden Abends.
Nachdem in der 1. Generalversammlung um die Jahreswende 1950/51 der Vorstand gewählt war, begann eine harte Vereinsarbeit. Chorleiter Reichert hatte aus bisher unasugebildeten Stimmen einen Klangkörper zu formen. In verhältnismäßig kurzer Zeit setzte sich bei den Sängern die Erkenntnis durch, daß nur straffe Chorführung und Tonreinheit zum Erfolg führen. Das 1. einstudierte Lied 'Aus der Jugendzeit' erklang bereits im April 1951 anläßlich der Schulentlassungsfeier. Dieser erste Auftritt in der Öffentlichkeit brachte dem Chor das Wohlwollen der Bevölkerung und einige neue Mitglieder.
Schon sehr bald knüpfte man durch Besuche der Liedertage in Altwiedermus, Eckartshausen, Hüttengesäß, Diebach am Haag und Marköbel freundschaftliche und gesellige Bindungen zu benachbarten Vereinen. Die 1. eigene Veranstaltung war ein Liedertag im Jahre 1951. Trotz strömendem Regens kamen die Sangesfreunde aus Altwiedermus, Hüttengesäß, Eckartshausen, Diebach am Haar, Haingründau und vom Volkschor Langenselbold auf Fahrrädern völlig durchnäßt angereist und halfen mit, diesen Tag erfolgreich zu gestalten.
Freundschaft zu üben und Geselligkeit zu pflegen, lobenswerte Ziele über vereinsinternes Denken hinaus, sind über 25 Jahre bis zum heutigen Tag [1975] besondere Merkmale des 'Liederkranz' geblieben.
Um den Aktiven Ziele zu setzen, die Angehörigen und Mitbürger zu erfreuen, wurden unter der Regie des damaligen Vorsitzenden, Herrn Lehrer Wacker, Theaterstücke einstudiert und Theater- und Familienabende abgehalten. Mit großem Eifer gingen die Spieler ans Werk. Selbst bei frostiger Kälte übten sie in den Wintermonaten in unbeheizten Sälen, malten Kulissen und bauten Bühnen.
Die erste Belastungsprobe
Im Jahre 1953 wurde der noch im Aufblühen begriffene, junge Verein durch den Dirigentenwechsel vor eine schwere Belastungsprobe gestellt. Zum Glück konnte kurzfristig Heinrich Emmerich aus Eckartshausen als Chorleiter gewonnen werden. Er verstand es, in kurzer Zeit die Sänger auf das am 13.12.1953 stattgefundene erste Chorkonzert vorzubereiten.
Sängertreffen auf der Ronneburg
Als besonderer Erfolg ging wohl das große Sängertreffen am 27.Mai 1954 auf der Ronneburg in die Vereinsgeschichte ein. Trotz des Endspieles um die Deutsche Fußballmeisterschaft Kaiserslautern gegen Hannover 96, bei dem Hannover mit 5:1 Toren Deutscher Meister wurde, beteiligten sich über 20 Gesangvereine mit ca. 800 Sängern an diesem Ereignis.
Bevor die Vereinsgeschichte bis in die heutige Zeit weiterverfolgt wird, seien hier die Männer genannt, die seit Gründung im Jahre 1950 als Vorsitzende und Dirigenten wirkten und den Verein würdig repräsentierten.
Vorsitzende des "Liederkranz Neuwiedermuß" [bis 1975]
1950-1956   Otto Wacker
1957-1958   Werner Helbig
1959-1960   Georg Ebert
1961-1963   Friedrich Waitz
1964-1965   Jakob Ebert
seit 1966      Christian Ebert
Alle diese Männer hatten und haben wesentlichen Anteil daran, daß sich der "Liederkranz Neuwiedermuß" über 25 Jahre hinaus als Kulturträger einen guten Namen erwarb.
Dirigenten des "Liederkranz Neuwiedermuß" [bis 1975]
1950-1953           Karl Reichert
1953-1964           Heinrich Emmerich
1965-1969           Heinz Weichselgärtner
ab August 1969   Gerhard Öfner
Alle obengenannten Dirigenten formten und prägten die Sänger und Sängerinnen des "Liederkranz" zu einem beachteten Klangkörper und jeder einzelne hatte und hat zu seiner Zeit beachtliche Erfolge aufzuweisen.
Die Krisenjahre
Nach Jahren vielversprechender Vereinsarbeit begann nunmehr im Verein eine wechselvolle Zeit. Desinteresse bei einem Teil der Sänger und Unstimmigkeiten erschwerten die Chorarbeit. Das "Wirtschaftswunder", das eine Reihe neuer Möglichkeiten schaffte, trug leider zum Abstieg des Chorwesens bei. Dann trat das Fernsehen seinen Siegeszug an; man konnte nun, ohne einen Schritt aus dem Hause tun zu müssen - was auch schon eine gewisse Aktivität bedeutete - die große, weite Welt in der eigenen Stube erleben.
Mit viel Mühe und wiederholten Ermahnungen der Sänger gelang es den Verantwortlichen, den Gesangstundenbetrieeb nur spärlich fortzusetzen, um den Verpflichtungen bei befreundeten Vereinen nachzukommen.
Doch gerade diese negative Entwicklung mobilisierte die übrigen Sänger, sich mehr denn je dem Fortbestand des Vereins zu widmen. So wurden weiterhin gutbesuchte Liederabende, gelungene Ausflüge und unterhaltungsreiche Weihnachtsfeiern abgehalten.
Dirigentenwechsel brachte neuen Aufwind
Chorleiter Heinz Weichselgärtner aus Bischofsheim, der im Jahre 1965 als Dirigent verpflichtet werden konnte, ging eifrig ans Werk und konnte schon bald in den Chorproben 30 Sänger zählen. Durch intensive Werbung wurden weitere fördernde Mitglieder hinzugewonnen und die Mitgliederzahl auf 65 erhöht.
Das erste Sängerfest
Die besonderen Aktivitäten führten schließlich zu dem Entschluß ein Sängerfest abzuhalten. Dieses, vom 8. bis 9. Juli 1967 eifrig gefeierte Fest, wurde zu einer Demonstration für den Chorgesang. Zwei Tage lang war das Festzelt die Drehscheibe für 1000 Sängerinnen und Sänger. Schon beim Eröffnungsabend platzte das Zelt fast aus den Nähten. Die vielseitigen organisatorischen Aufgaben konnten nur bewältigt werden, da fast alle Einwohner dem Verein die notwendige Unterstützung zuteil werden ließen.
Zukunftsorientierte Entscheidungen
Um das gesangliche Niveau zu heben, den Sängern neue Ziele zu setzen und den Verein vor einem erneuten Rückfall zu bewahren, wurde im Jahre 1969 ein für die Zukunft entscheidender Schritt getan. Der noch junge Dirigent, Herr Gerhard Öfner, Linsengericht, konnte als Chorleiter gewonnen werden. Mit Herrn Öfner, als musikalischem Leiter, begann für den Liederkranz eine neue Aera des Erfolgs. Ein neuer Weg wurde beschritten, der zu einem moderneren zeitgemäßen Laienchorsingen führte.
Gründung des "Gem. Chores"
Die Gründung des Gem. Chores im Jahre 1969 brachte eine tiefgreifende Wende in der Chorarbeit des "Liederkranz". IIn diesem Zusammenhang sei hier unserer allseits geschätzten, leider zu früh von uns gegangenen Sangesfreundin, Käthe Volz, gedacht, die als langjähriges Mitglied in verdienstvoller Weise mithalf, Sängerinnen zu werben. So wurde die Zahl der Sängerinnen und Sänger auf 40, die Zahl der Mitglieder auf 110, erhöht. Bereits am 30.Mai 1970 fand im Saale des Vereinslokals Gleitsmann mit dem Gem. Chor das erste Chorkonzert statt, das gleichzeitig Auftakt zum Stiftungsfest anläßlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins war. Das Musikkreistrio, unter der Leitung von Käthe Elsässer-Grebe, bereicherte den Abend. Der Schirmherr des Festes, Landrat Martin Woythal, überbrachte an diesem Abend die Grüße und Glückwünsche der Kreisverwaltung. Er überreichte neben einer Fahnenschleife einen Scheck zur Anschaffung eines neuen Klaviers.
"Ein kleines Dorf feiert ein ganz großes Fest"
So berichtete die heimische Presse über das von 12. bis 15. Juni 1970 stattgefundene Stiftungsfest. Mit großer Sorgfalt wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Neben einem großen "Bunten Abend" und einem "Freundschaftssingen" war die Weihe der handgestickten Vereinsfahne, die Bürgermeister Philipp Ebert vornahm, weiterer Höhepunkt dieses Festes.
ziert.
Gründung des "Ronneburger Kinderchores"
Die Sorge um die Erhaltung des Chorgesanges veranlaßte uns, im Jahre 1971 den "Ronneburger Kinderchor" zu gründen. Bereits beim 1.Chorkonzert im Jugendzentrum Ronneburg am 27.Mai 1972 ernteten die Kinder reichen Beifall.
Werbung für den Chorgesang in Ronneburg
Nach dem Zusammenschluß der drei Ortsteile zu einer politischen Gemeinde führte der Liederkranz im November 1972 eine Werbung für den Chorgesang in Ronneburg durch, die sich sicher auch für die beiden befreundeten Gesangvereine positiv auswirkte.
Das Jahr der Trauer
Das Vereinsjahr 1973 brachte Trauer und Leid. 5 Sangesfreunde, Ehrenmitglieder und Mitglieder verstarben in diesem Jahr. Von der Trauer war ein Großteil der Sängerinnen und Sänger betroffen, so daß eine dreimonatige Gesangspause eingelegt werden mußte.
Aufwärtstrend setzte sich fort
Erfreulicherweise setzte sich die positive Vereinsarbeit im Jahre 1974 fort. Neben dem Ausflug des Kinderchores zum Taunus-Märchen-Wunderland und dem Opel-Zoo, starteten die Sänger und Mitglieder im Oktober zum Vier-Tage-Ausflug nach Oberwössen, Reith im Winkel und Königsee. Wie sehr Gesang den Menschen erfreuen kann, erlebten die Sänger beim großen Heimatabend in Oberwössen. Herzlich gespendeter Beifall der 300 Gäste war der Lohn für die wohlgelungenen Liedvorträge. Diese erlebnisreichen Tagen werden wohl allen Beteiligten in freudiger Erinnerung bleiben.

Großen Anklang beim Pubblikum fand der Ronneburger Kinderchor anläßlich des Kinder- und Jugendchorfestivals im Bruchköbeler Bürgerhaus, das vom Deutschen Allgemeinen Sängerbund, Landesgrußße Hessen, im November 1974 veranstaltet wurde.
Vielfältige Aufgaben
Zu den vielfältigen sängerischen Aufgaben zählt das Mitwirken des Chores beim Kreis-Kritiksingen, das alle 2 Jahre vom Deutschen Allgemeinen Sängerbund veranstaltet wird. Hier stellen sich die Sängerinnen und Sänger einer offenen Kritik. Die alljährlichen Besuche von Wertungs- und Kritiksingen, Liederabenden, Sängerfesten und Konzerten befreundeter Vereine waren und sind für den Liederkranz selbstverständlich.
Höhepunkte im Jubiläumsjahr
Das Jubiläumskonzert
Mit einem eindrucksvollen und vielgestaltigen Jubiläumskonzert am 12.April 1975 im Jugendzentrum Ronneburg wurde der Veranstaltungsreigen zum 25-jährigen Bestehen des "Liederkranz Neuwiedermuß" eröffnet. Vielgestaltig wurde dieses Konzert durch das abwechselnde Auftreten mehrerer Klanggruppen, wie Gem. Chor, Männer- und Kinderchor und des Akkordeonorchesters Altenhaßlau.
Gesamtleitung: Chordirektor ADC Gerhard Öfner.
Der Jubiläumsfestakt
Höhepunkt des Jubiläumsfestaktes am 10. Mai 1975 im Jugendzentrum Ronneburg war die Ehrung der aktiven und fördernden Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft.

Gäste bei der gut besuchten Jubiläumsveranstaltung waren Landrat Hans Rüger, Bürgermeister Friedhelm Kleine, DAS-Landesvorstandsmitglied Willi King und DAS-Kreisvorstandsmitglied Heinz Preis, die Grußworte entrichteten.
Außerdem gratulierten Sprecher vieler befreundeter Vereine zum Jubiläum.

Der erste Pokal
Erstmals seit Bestehen beteiligte sich der Gem. Chor an einem Pokal-Wertungssingen. Die Freude bei den Sängerinnen und Sängern war groß,, als der Wertungsrichter beim 85-jährigen Jubiläumsfest der Sängerlust Altwiedermus am 22.6.1975 die erreichten Punktzahlen bekanntgab. In der Gemischten-Chor-Klasse errang der Chor den 1. Klassenpreis, den 1. Ehrenpreis und den 1. Dirigentenpreis.
Jubiläumsfest vom 21. bis 25. August 1975
Die Schirmherrschaft übernimmt Landrat Hans Rüger. Im Festzelt in Neuwiedermuß reihen sich die Höhepunkte dieser Veranstaltung aneinander: Der Lampionzug mit anschließendem Unterhaltungskonzert mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg; ein Großer Bunter Abend mit Conférencier und Parodist Georg Mac Krause, Renate und Werner Leismann, Rolfino + Lady, Die Sonny's sowie Axo + Axo jr.; Freundschaftssingen, Wertungssingen, Kinder- und Jugendchor-Festival, Unterhaltungskonzert mit dem Schülerblasorchester Wachenbuchen, Altennachmittag und Unterhaltungskonzert mit dem Musikkorps der 3.US Panzerdivision sowie Tanz an allen Tagen mit der Festkapelle "Die Teddys".

Der Chor im Jubiläumsjahr 1975







Gedenken an die Verstorbenen der letzten 25 Jahre



Schlußbetrachtung

Zusammenfassend vollzog sich die Arbeit im Liederkranz in den zurückliegenden 25Jahren nach 3 Grundrichtungen des kulturellen Schaffens: der konzertanten und theatralen Tätigkeit, der heiteren Muse und der Pflege der Gemeinschaft innerhalb des Vereins und innerhalb der Gemeinde Ronneburg. So war und ist das Wirken im Liederkranz gezeichnet von der Durchführung und der Abhaltung folgender vereinsinterner und öffentlicher Veranstaltungen: Weihnachtsfeiern, Faschings- und Oktoberbällen, Ausflügen, Kegelabenden, Grillpartys, Konzerten, Liederabenden sowie Theater- und Operettenfahrten.
In dieser breiten Palette vielseitiger Gemeinschaftsaufgaben liegt wohl der Schlüssel zu den Erfolgen, die den Liederkranz bekannt und beliebt machten.
Christian Ebert
 
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